Donnerstag, 29. Dezember 2016

Exklusive Deutschland-Premiere! Graf von Zeppelin und Team 360 präsentieren die O. C. B. bei Project Let's Zeppelin 2017!

Im Jahr 2017 wird Jeff Holliday erstmals ein Geocaching-Groß-Event in Deutschland besuchen und im August zu Gast sein bei "Project Let's Zeppelin 2017" in Friedrichshafen. Er kommt allerdings nicht mit leeren Händen, sondern mit dem "Heiligen Gral" des Geocachings, der Bohnendose aus dem ersten Geocache der Welt (Original Can of Beans)!  


So wird sie präsentiert - die O. C. B.

Jeff Holliday ist in der Community kein Unbekannter. Bei vielen Events (vor allem USA) ist er anzutreffen und zeigt dort das einzige Überbleibsel des ersten Geocaches aus dem Jahr 2000 - die Original Can of Beans - O. C. B., die er beim Graben 2003 an der Location des ersten Geocaches wieder gefunden hat. Um mehr über ihn und diese berühmte Bohnendose zu erfahren, durfte ich ein kleines Interview mit ihm führen:  
Schmelli:
Hallo Jeff, Du kommst 2017 nach Deutschland. Darf ich fragen, wie alt Du bist und woher Du kommst?

Jeff Holliday:
Ich bin alt genug, um zu wissen, dass es besser ist, den ersten Teil der Frage nicht zu beantworten. Aber ich kann Dir sagen, ich lebe östlich von Phoenix, Arizona. Ich wohne zwischen der großen Stadt Phoenix und den Bergen, wo es Geschichten von der lange verlassenen Goldmine von Jacob Waltz gibt! In Wirklichkeit gibt es hier viele Menschen, die in die Superstition Mountains gegangen sind, um nach Gold zu suchen und nie wieder zurückgekehrt sind. Ich selbst habe noch nie daran gedacht, aber ich vermute, eines Tages werden sie das Gold finden....
Schmelli:
Wie ist Dein Geocaching-Name?

Jeff Holliday:
Im Jahr 2001 begann ich mit dem Geocaching-Namen "Indiana Jeff". Aber jeder war mit dem Namen "Indiana ____" unterwegs. So beschloss ich, meinen Namen in Bezug auf Geocaching zu ändern. Da es in unserer Geocaching-Welt 360 Grad gibt, habe ich mich auf "Team 360" festgelegt. Damit meine ich das gesamte Team, das mit mir unterwegs sein möchte - alle Freunde, die mit mir geocachen gehen wollen. 
Schmelli:
Nach der Zerstörung des weltweit ersten Geocaches habt Ihr an der gleichen Stelle  2003 einen neuen Cache mit einer Gedenktafel, Original Stash Tribute Plaque, gelegt. Warum habt Ihr das gemacht? Wie entstand diese Idee?

Jeff Holliday:
Im Frühjahr und Sommer 2003 wurde viel über die genaue Location des ersten Geocaches gesprochen und einige Cacher, die den genauen Ort wissen wollten, wünschten sich eine bleibende Erinnerung. Es ging jedoch nichts vorwärts. Da beschloss ich schließlich, die Geocaching-Community um Hilfe zu bitten, um eine Erinnerung zu schaffen, die an der Stelle platziert werden sollte. Viele Geocacher spendeten, so dass ich die Original Stash Tribute Plaque hier in Phoenix erstellen konnte. Dann flog ich nach Portland und mietete ein Auto, um in die Nähe der Stadt Estacada zu fahren, wo der erste Cache lag. Ich mischte und goss Zement an und setzte die Plakette in die Position, wo sie auch heute noch liegt. Es war eine echte Gemeinschaftsleistung und die Geocacher, die dazu beigetragen haben, diesen Ort zu bewahren und die Original Stash Tribute Plaque zu verwirklichen, stehen im Listing des Caches (GCGV0P).

Schmelli:
Im ersten Geocache von Dave  Ulmer befand sich eine Dose Bohnen. Diese habt Ihr als einzigen Rest des ersten Geocaches wieder gefunden. Bist Du sicher, dass es die Original-Dose ist und wer hat sie gefunden?

Jeff Holliday:
Als ich das Loch für den Zement der Original Stash Tribute Plaque grub, machte die Schaufel ein merkwürdiges Geräusch, so dass ich wusste, dass da etwas im Boden war. Ich grub nach unten und fand die rostige Dose, verdreht und verbogen nach den Jahren im Oregon Boden, wo es die ganze Zeit regnet. Dave Ulmer war vor Ort und identifizierte sie sofort als seine "Original Can of Beans". Dann erzählte er mir die Geschichte über seinen ersten Geocache: Es war ein schwarzer Fünf-Gallonen-Eimer, der im Boden verankert war. Leider kamen Landschaftspfleger vorbei und ihre Geräte beschädigten den Deckel des Eimers. Dadurch drang von oben Wasser ein. Als Dave Ulmer damals vorbei kam, um nach dem Eimer zu sehen, zog er ihn aus dem Boden und schüttete das Wasser zurück in das Loch. Die Bohnendose war noch im Eimer und ging in das Loch mit dem Wasser, wo sie für über zwei Jahre blieb, bis ich sie beim Graben wieder fand.



Im Hintergrund die Gedenktafel, Jeff Holliday (links) mit der O. C. B. und Dave Ulmer mit Champagner im Jahr 2003!







Schmelli:
Du hast diese Dose aufbereitet und präsentierst sie seit 2003 auf vielen Events. Wie bist Du darauf gekommen?

Jeff Holliday:
Als ich nach dem Fund nach Hause kam, brauchte ich fast zwei Wochen, um das Metall sorgfältig in seine ursprüngliche Form zu bringen. Dann bearbeitete ich es mit mehreren Schichten Rost-Stopper-Spray, und um es intakt zu halten, benutzte ich auch ultraviolett-resistentes Polyurethan-Spray. Ich dachte mir, der beste Weg ist, die O. C. B. zu Events zu bringen, damit sie möglichst viele Geocacher sehen können. Zuerst zeigte ich sie bei kleineren lokalen Events, aber irgendwann gab es einige Anfragen von Mega Events und das Interesse wurde immer größer. Die O. C. B. war noch nie bei einem Giga. Aber ich hoffe, eines Tages wird das der Fall sein. Ich glaube, sie ist eine wichtige Erinnerung für die Geocaching-Community. Aber ich selbst passe nur darauf auf, wie eine Art Beschützer.
Schmelli:
Ich habe gehört, dass die O. C. B. als Heiligtum des Geocachings viele Geocacher fast wie bei einer "Wallfahrt" anzieht. Leider war ich bei den bisherigen Besuchen in Europa (Frankreich und Österreich) nicht dabei. Ist das wirklich so?

Jeff Holliday:
Der erste Auftritt der O.C.B. in Europa war 2010 in Österreich (GC1XEDZ). Es folgte das Mega Event France en Montagne Bourbonnaise im Jahr 2011 (GC2MHF5). Vor kurzem war sie wieder einmal in Frankreich, beim Eurogeo 2016 Mega Event (GC5YFA8).
Geocacher reisten Tausende von Kilometern, nur um die O.C.B einmal zu sehen. Bei diesen Events war ich beeindruckt und bewegt, dass sie tagelang unterwegs waren, nur um einen Blick auf dieses Geocaching-"Heiligtum" zu werfen. Ich denke, in gewisser Weise ist sie wirklich der "Heilige Gral" des Geocachings. Einige verbeugen sich sogar und beten die O. C. B. an. Vielleicht erhoffen sie dadurch mehr Fundglück!

Ich habe schon alle möglichen Verrücktheiten dabei gesehen und es ist fantastisch! Ich genieße es wirklich, die Reaktionen der Cacher zu sehen, wenn sie sich dem Ausstellungs-Tisch nähern und das letzte verbliebene Stück des weltweit ersten Caches sehen!

Schmelli:
Ich habe gelesen, dass Du mit der O. C. B. 190.000 Kilometer gereist bist. Um Himmels Willen. Wo bist Du denn schon überall gewesen?

Jeff Holliday:
Es gibt einen Johnny-Cash-Song namens "I've Been Everywhere" und ich fange an zu spüren, wie ich in diesem Lied lebe - und es ist großartig! Für mich ist es wirklich eine Ehre, die Original Can of Beans zur Geocaching-Community zu bringen, und das will ich auch weiterhin tun. Solange Geocacher sie sehen wollen, werde ich unterwegs sein. Alle bisherigen Orte, wo wir mit der O. C. B. waren, stehen im Listing.
Schmelli:
Im August 2017 kommst Du mit der O. C. B. zum Project Let's Zeppelin 2017 und damit erstmalig zu einem Groß-Event nach Deutschland. Was erwartet die Eventteilnehmer da?

Jeff Holliday:
Nun, es ist das erste Mal, dass die Original Can of Beans in Deutschland gezeigt wird! Ich bin immer noch dabei, die Details mit dem Orga-Team zu besprechen. Deshalb möchte ich noch nicht zu viel verraten. Aber zu Beginn wird es eine Präsentation mit der dramatischen Enthüllung geben. Während der gesamten Veranstaltung kann die O. C. B. an einem Ausstellungsstand besichtigt werden. JEDER wird eine Chance bekommen, sie zu sehen.
Es hat Spaß gemacht, den Besuch mit dem Orga-Team abzusprechen. Dafür möchte ich heute schon einen ganz besonderen Dank aussprechen.
Schmelli:
Jeff, danke für das Gespräch. Bis bald in Deutschland! Ich freue mich sehr auf Euch - Dich und den "Heiligen Gral", die O. C. B.!

Jeff Holliday:
Ich freue mich auch schon darauf, Euch alle dort zu sehen! Das wird großartig! Danke für das Interesse.

Weihnachten 2016 steht die O. C. B. noch in Phoenix. Nächstes Jahr kommt sie erstmals nach Deutschland.



Und darin wird sie transportiert.

Tja, liebe Leser, beim Project Let's Zeppelin in Friedrichshafen vom 18. bis 20. August 2017 werdet Ihr also die Möglichkeit bekommen, Jeff persönlich zu treffen. Dort wird dann auch der "Heilige Gral" - die O. C. B. - zu sehen und zu loggen sein. Richtig gelesen, die O. C. B. ist auch ein TB. Allen Teilnehmern, die loggen wollen, sei heute schon gesagt: Vergesst bitte nicht, Euch im Logbuch einzutragen. Es wird nämlich sehr sorgfältig darauf geachtet, dass nur Cacher diesen TB loggen, die ihn auch tatsächlich gesehen haben! Ihr legitimiert Euch durch den Eintrag im Logbuch beim Event!
Ich persönlich freue mich heute schon riesig darauf, Jeff Holliday  und die wohl berühmteste Bohnendose der Welt einmal live zu sehen. Da hat das Orga-Team einen richtig dicken Fisch an Land gezogen. Nicht nur deshalb steht das Event natürlich ganz dick in meinem Tourplan 2017!  
Lasst uns zu der O. C. B. in Friedrichshafen pilgern - das wird das Geocaching-Highlight des Jahres!

Happy hunting!

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